aus gegebenem Anlass…
11 12 2007ich hab ja keine Angst,
nur manchmal frag ich mich:
ist das noch Bohème?
oder schon die Unterschicht?
(Britta, Wer wird Millionär?)
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ich hab ja keine Angst,
nur manchmal frag ich mich:
ist das noch Bohème?
oder schon die Unterschicht?
(Britta, Wer wird Millionär?)
den Wölfen am Nabel gelauscht: solch Rauschen
macht der Durst, die Steine
wirfst du nicht mehr, du übertünchst und schwärzt
zu weißen Flecken im CV
was dich beschrieb: die Farbe ist verdorben, grün
und rot erbrichst du dich
die alte Haut wird schwer, fällt ab…
ich stehe vorm Spiegel, versuche Form in mein Haar zu bringen, vermeide Blickkontakt. vor fünfzehn Minuten habe ich meinen Vater zurück gerufen, vor zwei Stunden ist meine Mutter gestorben. ich war auf einer Party, habe getanzt. wahrscheinlich rieche ich nach Alkohol. ich schäme mich, so zu meinem Vater fahren zu müssen. draußen hupt das Taxi.
schnitt
und letzten endes: nur alles halb so schlimm
wir haben’s besprochen - die sätze, die taten
und letzten endes: alles nur halb so schlimm
ein bisschen betrogen, ein bisschen verraten
und letzten endes: alles halb so schlimm nur
ein kleines gefecht im krieg des privaten…
*singt
eine neue Regel: abschalten
ist erlaubt. einfach so.
wer würde sich da
noch aus dem Leben cheaten?
PeterLicht beim Bachmannpreis. jahaha - endlich weg von dieser staubtrockenen Erzählerei, hin zu frischen Texten mit Spaß an der Sprache und mehr als “nur” einem Durchleuchten verschiedener Charaktere und Umstände. und seine Leistung als Lesender war auch deutlich besser als die der meisten anderen Autoren (bisher).
nur für den Fall, dass dies “halina” im vorherigen Post nicht für jeden verständlich ist - und obwohl ich mich eigentlich ungern erkläre:
Wikipedia-Eintrag (leider nur englisch)
der Perlentaucher zu ihrem Gedichtband “Immer wenn ich leben will”
der Perlentaucher zum Prosa-Werk (kein Roman) “Erzählung für einen Freund”
(weil es mir wichtig ist - nicht um mich zu erklären)
(für A.)
I
deine angst passt zu meiner dachte ich
als ich sie das erste mal sah waren da worte
und ein akzent den ich völlig falsch einordnete
irgendwo dort
wo auch meine heimat wäre
(dem herz nach zumindest, halina)
II
jetzt kann ich nicht schlafen
ich denke
wir sind uns so nah
so fremd sind wir uns selbst
(dem herz nach zumindest, halina)
und wenn es tag wird: streifen
wir die spießermaske über dein gesicht
huscht ein lächeln zum abschied
rückst du mir die krawatte gerade
noch hab ich an leben gedacht jetzt
erteile ich rat und red von projekten
die geld bringen doch sonst nichts mehr
bewahren von mir: du füllst die lücke
nicht aus wir reden von andren konzepten
und wenn es nacht wird: träumen
glaub mir: mit so einem
möchtest Du nicht leben -
wer alles in 3 worte fasst
der spricht nicht viel…