[& die Menschen sind muede...]

7 06 2009

Manchmal wuenschte ich, dass ich singen koennte und Lieder schreiben – aber ausser den Texten hab ich nichts dazu beizusteuern. Heute stolperte ich ueber eine Reihe wunderschoener Lieder eines jungen deutschsprachigen Saengers, von dem ich noch nie zuvor gehoert hatte – der aber scheinbar nicht mehr ganz unbekannt in Deutschland ist. Sein Name ist Philipp Poisel und seine Lieder brachten mir wieder ins Bewusstsein, dass es oft genug nicht darauf ankommt wer zuhoert – sondern einzig und allein, dass man bestimmte Dinge ausspricht. Und dass man ruhig mal einen Schritt zurueck gehen darf, um wieder in den Takt zu kommen.

Mit seinen Liedern im Ohr schrieb ich einen Text, fuer den ich zwar auch ein Lied im Ohr hab – aber nur den Text aufs Papier zu bringen vermag…

[& die Menschen sind muede]

& in den Staedten: die Menschen sind muede,
sie reden vom Gestern, reden und jetzt
hoert keiner mehr zu, ist keiner mehr da,
der ihnen des Abends die Traeume versetzt

& in den Kneipen: die Maenner sind muede,
sie halten am Bier sich stundenlang fest,
keiner will keine, sie bleiben alleine
aus Angst dass des Morgens man sie schon verlaesst

& auf Deiner Veranda: der Junge bin ich,
noch Schlaf in den Augen: der Junge bin ich!
mein Arsch an der Wand, Deiner in meiner Hand,
mit Fingern beschreibend Einzelheiten verbannt

(mein Arsch an der Wand, Deiner in meiner Hand
mit Fingern beschreibend Einzelheiten verbannt…)





[verwachsen. werden.]

9 02 2009

Fuer Stefan, der „ne halbe Welt und weiter“ weg ist und an manchen Tagen einfach fehlt.

[verwachsen. werden.]

ne halbe Welt und weiter nicht
mal der Himmel ist der selbe &
du schaust nicht hin und hoerst
nicht zu wenn ich die Lieder sing
deren Verse wir einst waren

ne halbe Welt und weiter nicht
sind wir gegangen: das Schild
hat uns das Gruen verboten &
wir waren schon zu muede
fuer den Sprung…





[landauswaerts]

16 08 2008

noch sind da Spuren: im Gras
liegt eine Moewe – die Fliegen
haben ihr Paradies gefunden.

wir fahren landauswaerts.

vorbei an Heimathaefen und Kuesten
wachen wir uns durch die Nacht – das
koennte ein Leben sein: wir trinken
mit Seemaennern um ihre Geschichten,
ein falsches Bein traegt uns weiter.

landauswaerts.

noch sind da Spuren: den Strand
im Ruecken und nur Wasser voraus
zu sehen war das nicht. der Lotse
ist blind und kennt den Grund
zu unseren Fuessen nicht.

nur so lohnt das Reisen.





aus gegebenem Anlass…

11 12 2007

ich hab ja keine Angst,
nur manchmal frag ich mich:
ist das noch Bohème?
oder schon die Unterschicht?

(Britta, Wer wird Millionär?)





3 09 2007

den Wölfen am Nabel gelauscht: solch Rauschen
macht der Durst, die Steine
wirfst du nicht mehr, du übertünchst und schwärzt
zu weißen Flecken im CV
was dich beschrieb: die Farbe ist verdorben, grün
und rot erbrichst du dich
die alte Haut wird schwer, fällt ab…





23 08 2007

ich stehe vorm Spiegel, versuche Form in mein Haar zu bringen, vermeide Blickkontakt. vor fünfzehn Minuten habe ich meinen Vater zurück gerufen, vor zwei Stunden ist meine Mutter gestorben. ich war auf einer Party, habe getanzt. wahrscheinlich rieche ich nach Alkohol. ich schäme mich, so zu meinem Vater fahren zu müssen. draußen hupt das Taxi.

schnitt

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1 08 2007

und letzten endes: nur alles halb so schlimm
wir haben’s besprochen – die sätze, die taten
und letzten endes: alles nur halb so schlimm
ein bisschen betrogen, ein bisschen verraten
und letzten endes: alles halb so schlimm nur
ein kleines gefecht im krieg des privaten…

*singt





30 07 2007

eine neue Regel: abschalten
ist erlaubt. einfach so.
wer würde sich da
noch aus dem Leben cheaten?





29 06 2007

PeterLicht beim Bachmannpreis. jahaha – endlich weg von dieser staubtrockenen Erzählerei, hin zu frischen Texten mit Spaß an der Sprache und mehr als „nur“ einem Durchleuchten verschiedener Charaktere und Umstände. und seine Leistung als Lesender war auch deutlich besser als die der meisten anderen Autoren (bisher).





24 06 2007

nur für den Fall, dass dies „halina“ im vorherigen Post nicht für jeden verständlich ist – und obwohl ich mich eigentlich ungern erkläre:

Wikipedia-Eintrag (leider nur englisch)

der Perlentaucher zu ihrem Gedichtband „Immer wenn ich leben will“

der Perlentaucher zum Prosa-Werk (kein Roman) „Erzählung für einen Freund“

(weil es mir wichtig ist – nicht um mich zu erklären)