ach ja…
28 06 2008…die Berichterstattung zum Bachmannpreis findet bei anobella statt. dort auch meine Kommentare - man muss ja schließlich nicht alles wiederholen…
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Kategorien : Kommentar, Links, Literatur
…die Berichterstattung zum Bachmannpreis findet bei anobella statt. dort auch meine Kommentare - man muss ja schließlich nicht alles wiederholen…
…und da ich mir darauf keinen angemessenen Reim machen kann, hier nur ein Verweis zu Dirk, der ein paar Nachrufe gesammelt hat.
hinter goosh verbirgt sich die (für mich) cooleste Web-Entdeckung der letzten Wochen. endlich google per shell erreichen, kein Graphik-Schnickschnack - einfach suchen und finden. ok - vielleicht drifte ich langsam zu sehr ins geekige ab - aber hej - ein *lol* hat man von mir bestimmt noch NIE gehört!
…und Ingenieur kann ich mich einfach nicht dem Erneuern der technischen Spielereien entziehen: heute hab ich mein nagelneues Sony W890i bekommen. das sieht nicht nur hübsch aus, sondern unterbietet mein altes Handy (so ein O2-PDA-Klumpen) in Sachen Größe und Gewicht um ein Vielfaches. außerdem hat es einen eingebauten Walkman und die Kamera ist auch nicht schlecht. hach - Spielkram halt!
eine erstaunlich gute Antwort auf Alice Schwarzers “Warum Burma echte Freunde braucht” hat Matthias Matussek im SpON gefunden.
mich macht es auch traurig, dass die Welt immer nur im Fall einer Katastrophe betroffen reagiert und kurzzeitig Hilfe mobilisiert - aber diese Hilfe ist wichtig, muss unterstützt und ausgebaut werden. klar wird es immer Leute geben, die nur helfen um ihr Gewissen zu beruhigen - aber auch das von diesem Geld Gekaufte macht satt und ermöglicht Leben.
und ähnlich tolle Schlagzeilen haben wir wohl zu erwarten, wenn das so weiter geht. beim Durchschauen der Schlagzeilen auf FAZ.net kam mir heut schon der Gedanke, ob es da eine Verbindung zur Bildzeitung gibt? vielleicht ein Journalistentausch oder eine Schlagzeilen-Patenschaft? solche Titel, welche die jeweiligen Themen auch noch verzerren, haben doch wirklich nix in einer “ernst gemeinten” Zeitung verloren:
grandios, oder?
…sind natürlich komplexer als vom Spiegel dargestellt. dennoch werden die Grundprobleme aufgelistet. wenn man allerdings nicht in der Lage ist, einen solchen Artikel in seiner Gesamtheit zu verstehen (oder überhaupt zu lesen), sollte man auch nicht argumentationsbefreit dagegen anwettern. an anderer Stelle wird das Ganze immerhin halbwegs richtig betrachtet und es wird von (in dem Zusammenhang wichtigen) Preissignalen gesprochen.
ich hatte angefangen, die einzelnen Ursachen selbst ein wenig zu durchleuchten - aber die Tagesschau hat das Ganze nochmal so gut zusammen gefasst, dass mir da eigentlich nichts hinzuzufügen bleibt.
…seit dem Jahr 2000 haben sich die Preise für Grundnahrungsmittel mehr als verdoppelt - was gerade in den Entwicklungsländern dazu führt, dass die Anzahl der Unterernährten wieder auf mehr als 1 Milliarde weltweit gestiegen ist. die erste Regierung ist gestürzt - wenn sich keine schnelle Lösung findet, werden weitere folgen.
als Ursache der Entwicklung wird die allgemeine Entwicklung (Verbesserung im Lebensstandart = Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten - d.h. mehr Fleischkonsum und die damit verbundenen Nachteile) verantwortlich gemacht - aber auch falsche politische Entscheidungen (z.B. Exportverbote der betroffenen Länder, Preisbeschränkungen und vor allem auch der Biosprit-Förder-Blödsinn) haben zur aktuellen Situation beigetragen.
neben der Situation in den betroffenen Ländern finde ich auch die Reaktionen hierzulande schlimm. da hab ich schon so Sachen wie “das ist nix verglichen mit den Preiserhöhungen durch den Euro” gelesen. Leute mit solch beschränktem Horizont müsste man direkt bis Afrika treten, um ihnen zu zeigen, was Armut und Hunger bedeuten.
…und vor allem wieder gegen den Autor Maxim Biller. Wie z.B. die FAZ berichtet, wurde Biller nun zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 50k Euro an seine Ex-Freundin verurteilt, da Esra (das ja mittlerweile verboten und käuflich nicht mehr zu erwerben ist) ihre Persönlichkeitsrechte massiv verletzt habe.
eigentlich, mag man denken, ist es ja schön, dass die Persönlichkeitsrechte in Deutschland dermaßen stark verteidigt werden. eigentlich. denn was dabei unbeachtet wird ist die Rolle der Literatur/ des Literaten in Deutschland. denn wie z.B. Daniel Kehlmann in diesem etwas älteren Artikel für die FAZ schrieb, wird neben dem Autor Biller (der übrigens ein großartiger Autor ist - die “Bernsteintage” und die “Moralischen Geschichten” seien hiermit wärmstens empfohlen!) auch der Literaturstandort Deutschland demontiert.
folgendes Zitat Kehlmanns (ebenfalls ein großartiger Autor - “Ich und Kaminski” ist einer der besten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe) fasst die gesamte Situation eigentlich vollständig zusammen und macht jeden weiteren Kommentar überflüssig:
Wie schriebe man denn, wenn man befürchten müßte, daß jedes Buch nicht bloß verboten werden, sondern auch noch Grund für die gerichtlich verordnete ökonomische Vernichtung sein könnte? Mit Angst oder gar nicht mehr oder am liebsten anderswo, kurz: wie in einer Diktatur.
und da fragt noch jemand, warum ich in diesem Land nicht leben kann oder will? die Situation mag in anderen Ländern nicht wirklich anders sein - aber in der Fremde ist auch der Abstand größer…
…geben im Lockbuch ihren Kommentar zur Auswanderung Nokias ab - lustige Sache das.
meine Meinung dazu? Nokia hat viele Millionen Subventionen bekommen, noch mehr Steuern bezahlt, sich an die Subventionsbedingungen gehalten und tut nun, was ein marktwirtschaftlich orientiertes Unternehmen tun muss: es wägt Vor- und Nachteile gegeneinander ab, um seinen Gewinn zu maximieren. wer als Politiker im gleichen System mitmischt, hat in meinen Augen kein Recht sich durch Halbwahrheiten (Subventionsbetrug, Heuschreckenmentalität, blabla) und großherzige Aussagen (”Ich werde kein Nokia-Handy mehr nutzen” *wegschmeiß*) hervor zu tun. dass die Arbeiter auf die Straße gehen ist verständlich - wird aber leider nichts ändern.