Nachtreten: Ein weiterer Schlag gegen die Freiheit der Literatur…
13 02 2008…und vor allem wieder gegen den Autor Maxim Biller. Wie z.B. die FAZ berichtet, wurde Biller nun zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 50k Euro an seine Ex-Freundin verurteilt, da Esra (das ja mittlerweile verboten und käuflich nicht mehr zu erwerben ist) ihre Persönlichkeitsrechte massiv verletzt habe.
eigentlich, mag man denken, ist es ja schön, dass die Persönlichkeitsrechte in Deutschland dermaßen stark verteidigt werden. eigentlich. denn was dabei unbeachtet wird ist die Rolle der Literatur/ des Literaten in Deutschland. denn wie z.B. Daniel Kehlmann in diesem etwas älteren Artikel für die FAZ schrieb, wird neben dem Autor Biller (der übrigens ein großartiger Autor ist - die “Bernsteintage” und die “Moralischen Geschichten” seien hiermit wärmstens empfohlen!) auch der Literaturstandort Deutschland demontiert.
folgendes Zitat Kehlmanns (ebenfalls ein großartiger Autor - “Ich und Kaminski” ist einer der besten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe) fasst die gesamte Situation eigentlich vollständig zusammen und macht jeden weiteren Kommentar überflüssig:
Wie schriebe man denn, wenn man befürchten müßte, daß jedes Buch nicht bloß verboten werden, sondern auch noch Grund für die gerichtlich verordnete ökonomische Vernichtung sein könnte? Mit Angst oder gar nicht mehr oder am liebsten anderswo, kurz: wie in einer Diktatur.
und da fragt noch jemand, warum ich in diesem Land nicht leben kann oder will? die Situation mag in anderen Ländern nicht wirklich anders sein - aber in der Fremde ist auch der Abstand größer…
